Ach herrje, lange nichts geschrieben. Die letzten Wochen waren sehr arbeitsreich und dann kam ja letzten Montag noch die Xbox ONE. Also, keine Zeit für eine neue Filmkolumne. Dafür umso mehr Zeit um die Gedanken mal wieder rund um das Thema Film schweifen zu lassen. Es gibt ja so viel, worüber man hier sinnieren kann. Da kam es mir gerade recht, dass ich mich in der letzten Zeit eher dem entspannten, lockeren und weniger anspruchsvollen Film gewidmet habe. Neben Katastrophenfilmen wie „The Day after Tomorrow“ und dem großartigen koreanischen „The Tower“ habe ich mir auch endlich mal „Gamer“ gegeben (das war schon lange überfällig, wollte ich ihn damals eigentlich schon auf der großen Leinwand sehen). Gestern gab es dann mit „Zorn der Titanen“ nochmal kräftig was auf die Boxen.

Ich bin ja immer wieder begeistert, wie viele tolle, actionreiche, voller CGI vollgepumpte und absolut anspruchslose Filme es für einen gemütlichen Sonntag gibt. Aber es gibt da so eine Kleinigkeit, die scheinbar jeder Drehbuchautor und Regisseur auf der Filmschule dermaßen in die Hirnmasse eingeprügelt bekommt, dass er sie sein Leben lang nicht vergisst, geschweige denn überhaupt daran denkt es mal anders zu versuchen. Ein sehr gutes Beispiel ist der bereits erwähnte „Zorn der Titanen“. Bevor der fette und sehr träge Chronos die Sau rauslässt und Perseus sich auf Pegasus schwingt um ihm die Felsen von der Backe zu schmirgeln gibt es da ja noch den „kleinen“ Finalkampf: Perseus gegen Ares. Der Halbgott gegen den Gott des Krieges. Dreizack gegen Hammer. Und so weiter und so fort. Es wird ja schon gegen Mitte des Films ziemlich eindeutig gezeigt, dass der gute Perseus gegen Ares im besten Falle nur den Hauch eine Chance hat. Leider Gottes (höhö!) zeigt sich das auch in besagtem Kampf. Ares nimmt sich Helios (Perseus´ Sohn) zur Brust und schwafelt, bevor er auf dessen Vater losgeht, gemeines Zeug, wie es Bösewichte in diesen Filmen eben gerne tun. „Werde deinen Vater *blabla* vor deinen Augen *blabla* töten *bla*“. Man kennt das ja. Nachdem also nun auch jeder weiß, dass er einfach der Größte ist, stürzt sich Ares auf Perseus. Tja, also ich weiß ja nicht, wie es anderen so geht, aber ich warte in solchen Kämpfen eigentlich nur darauf, dass der Penner, der eben noch die fetten Sprüche gerissen hat, mal richtig schön die Schnauze poliert bekommt und der „Gute“ mit ihm den Boden aufwischt. Stattdessen wird Perseus erst einmal schön durch massive Steinsäulen gedrückt und mit dem Kopf voran mehrfach gegen einen ebenso massiven Felsen geschleudert, sodass dieser zerschmettert am Boden liegt. Dazu dann immer noch der wehleidige Blick zu seinem Sohn. Ares nimmt sich zwischendurch immer mal wieder ein Päuschen um (bildlich gesprochen) seinen Hosenstall aufzumachen und zu rufen „Ich habe den Größten“. Jetzt mal im Ernst: Auch ohne dieses Geschwafel, was man in diesen Filmen ungefähr so oft hört wie die Worte „Ich liebe dich“ in dem x-ten Romantikstreifen, wäre ein solcher Kampf schon nervig. Und wenn dann der Held des Films den Bösewicht mit allerletzter Kraft kastriert nur um kurz darauf ein Felsmonster von immensen Ausmaßen zu zerstören…na, ich weiß nicht. Ich werde jetzt hier ganz sicher nicht anfangen von Realismus zu schwafeln, dieses wäre ohnehin unangebracht. Nö, mir geht es darum, dass man solche Szenen in fast jedem bis dahin guten Actionfilm, der auf einen solchen Kampf hinausläuft, sieht. Der Held muss erstmal die Fresse poliert bekommen, bevor er dann im letzten Moment sein Gegenüber doch noch zu Fall bringt. Mir verschafft das keine wirkliche Befriedigung. Man muss dieser Art der „Finalkämpfe“ natürlich auch ein paar Dinge zugute halten:

Wenn der fette Brocken am Ende zu einfach plattgemacht würde, dann könnte man meinen, er habe seine Rolle als ebenbürtiger Gegenspieler nicht verdient. Kapiert.

Meist kämpfen diese natürlich auch nicht mit fairen Mitteln. Gute Beispiele sind hier „Avatar“ und der oben schon genannte „Gamer“. Auch der wirklich tolle Film „Hancock“ geht in diese Richtung. Ach ja, ein ganz großes Beispiel sind noch die „Transformers“-Filme. Auch hier muss Optimus Prime erstmal in seine Einzelteile zerlegt werden nur um am Ende doch wieder siegreich auf´s Meer blicken zu können. Und wo ich gerade schon beim Zerlegen bin: Alle „Terminator“-Filme beinhalten ebenfalls diese Finalkämpfe. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als kleiner Pimpf zum ersten Mal Terminator 2 gesehen habe…man, was fand ich die Szene schrecklich in der Robert Patrick als der T-1000 Schwarzenegger die Birne zermanscht.
 
Ansonsten fällt mir aber so spontan nicht mehr wirklich etwas ein, was für eine solche Finalkampfszene sprechen würde. Was will man damit bewirken? Soll die Spannung aufrecht erhalten werden? Bitte! Meist weiß man doch schon bevor man den Film einlegt, ob dieser gut oder schlecht ausgeht. Außerdem kennt man diese Auseinandersetzungen mittlerweile. Die sind bei solchen Streifen schon so an der Tagesordnung wie bei einer Schnulze in 99% der Fälle schon am Anfang feststeht, dass der männliche und der weibliche Part am Ende glücklich zueinander finden.

Und das ist dann auch der Punkt, der mich eigentlich nervt. Wenn solche Szenen nur mit ein wenig mehr Kreativität aufgebaut würden, könnten die echt was hermachen. „Gamer“, auch wenn oben eher als Negativbeispiel aufgeführt, zeigt im Ansatz, wie so etwas aussehen könnte (Achtung Spoiler im folgenden Absatz!):

Ken Castle, der Erfinder des Reality Games, um das es hier geht, möchte Kable (Gerard Butler) durch Gedankenkontrolle dazu bringen sich selbst ein Messer in den Bauch zu stoßen. Alles, was Castle denkt muss Kable machen. Das nutzt Zweiterer zu seinem Vorteil und sagt zu Castle „denke daran, wie ich dir das Messer in den Bauch ramme und dich töte“. Ganz nach dem Spruch „denke jetzt nicht an einen rosa Elefanten“ manifestieren sich Kables Worte zu Gedanken in Castles Hirn und so bringt er sich am Ende selbst zu Fall.

Die Idee ist schon ganz nice, leider muss Gerard Butler vorher natürlich erstmal gepflegt auf die Fresse bekommen.

Filme, die es anders machen sind äußerst rar. Ein Beispiel wäre der großartige „IP-Man“ der von dem Lehrmeister Bruce Lees´ handelt. Von Anfang bis Ende ist klar: Den Typ macht keiner platt. Umso mehr hatte ich die Befürchtung, dass der Endkampf gegen den fiesen (und nebenbei brillant gespielten) General wieder nach Schema F abläuft. Aber nix, dieser landet gerade mal eine paar Treffer und bekommt danach dermaßen die Schnauze poliert, dass es eine helle Freude ist. Es kommt dann zwar doch nochmal eine Szene in der unser Held zu Boden geht, aber der eigentliche Kampf ist da bereits vorbei. Sehr gut, davon hätte ich wirklich gerne mehr.

Auch sehr cool war das Finale von „The Expendables 2“. Das hier JCVD und Stallone aufeinandertreffen hat bei mir ohnehin ein Gefühl ausgelöst wie zuletzt in „Alien vs. Predator“, als die beiden Monster zum ersten Mal gegeneinander fighten (ok, der Film an sich war nicht soooo super, aber der Kampf war klasse!). Van Damme und Stallone sind unbestrittene Koryphäen in ihrem Genre und das diese beiden „Naturgewalten“ mal gegeneinander antreten war für jeden eingefleischten Actionfan sicher ein Freudenfest. Und ich weiß nicht wie, aber irgendwie hat Regisseur Simon West es geschafft den Kampf zugleich spannend und ausgeglichen zu gestalten obwohl doch von Anfang an klar war: Sly teilt hier mal so richtig aus! Da hatte Van Damme keine Chance…aber vielleicht kann man so einen Kampf mit diesem Feeling tatsächlich nur mit solchen Schauspielern hinbekommen, denen ja auch ein gewisser Ruf vorauseilt.

Ach ja, und da wäre noch „The Avengers“, der unsere Marvel-Helden nahezu perfekt vereint und in den Kampf schickt. Loki, der sympathischste aller bisherigen Marvel-Bösewichte, die bisher in Realverfilmungen einen Platz bekamen, hat hier nicht viel zu lachen. Das Ganze gipfelt dann in dieser Szene, wo Hulk ihn mal mitten im Satz in den Boden stampf. Herrlich, ich habe viel gelacht.

Also, liebe Drehbuchautoren und Regisseure: Lasst unsere Helden auch im Finale wieder richtig austeilen. Das die Gegenspieler stark, wenn nicht gar übermächtig sind und große Sprüche klopfen können haben wir ja meist schon in der zurückliegenden Zeit des Films gesehen. Was wir aber auch gesehen haben ist, dass unsere „guten“ Jungs und Mädels ebenfalls anständig die Fäuste, respektive Superkräfte einzusetzen wissen. Also lasst sie das doch bitte auch am Ende tun anstatt sie nur beide Backen hinhalten zu lassen. Sie müssen ja auch nicht immer gewinnen, dann soll der Kampf aber doch bitte schön aufrechten Hauptes verlassen werden können…schaut euch doch einfach mal „Rocky Balboa“ an…hier hat Sylvester Stallone seinen Helden am Ende auch nicht gewinnen lassen und trotzdem war es ein Happy End!

Soooo…und jetzt nochmal ein paar Neuigkeiten:

In den vergangenen Wochen seit meiner letzten Kolumne haben es wieder einmal ein paar Filme mit herrlich beklopptem Titel in die Läden geschafft. Einer meiner Favoriten: „Bring me the Head of the Machine Gun Woman“ (uncut seit 25.10. im Laden). Ich lasse das mal kommentarlos stehen.

Dann kam am vergangenen Freitag noch „ZombeX – Walking of the Dead“ (uncut) in die Läden. Erinnert mich an etwas…moment…ich hab´s gleich…nee, doch nicht…

Ein weiterer Weihnachtsfilm für die ganze Familie kam am 15.11. mit „Zombies at Christmas“ (uncut) auf den deutschen Markt. Spätestens jetzt ist doch klar, was am Weihnachtsabend läuft…

„666 Paranormal Prison“ schießt dann gänzlich den Vogel ab. Und nein, dass ist nicht der gleiche Streifen wir „666 Paranormal Vision“ aus meiner letzten Ausgabe. Wer sich „…Prison“ dennoch ansehen möchte darf zumindest bedenkenlos zugreifen, denn auch dieser ist in Deutschland ungeschnitten.  

Was ein Titel kann, bringt ein Cover erst recht: „The Axe is back – Die Rache der Lizzie Bordon“ (unbekannt ob uncut oder cut) versucht mal ganz „dezent“ mit „Sex & Blood“ zu werben:

The Axe is back - Die Rache der Lizzie Borden

Der Film ist nicht einmal bei IMDB gelistet. Muss sich um einen echten Geheimtipp handeln.

Aber mal Spaß beiseite. Falls jemand einen handwerklich und atmosphärisch verdammt guten Grusler/Horror sehen möchte sollte sich dringend mal „Das Haus an der Friedhofsmauer“ von 1981 ansehen. Den gibt es in Deutschland zwar leider nur in der Red Edition oder von Laser Vision ungeschnitten (und die dürften kaum offen im Laden rumstehen), aber dafür hat der Film von Ausnahmeregisseur und Horror-Koryphäe Lucio Fulci in Österreich jetzt eine uncut-Version auf BluRay spendiert bekommen. Den kann man sich auch mal mit der Freundin ansehen. Kommando: Anschauen!

Rob Zombie hat am 31.10. seinen neuesten Streich, „The Lords of Salem“ rausgebracht. Dieser ist zwar ungeschnitten, hat bisher aber leider nur mäßige Kritiken eingefahren. Sichten werde ich ihn bei Gelegenheit sicher einmal, allerdings mit eher geringen Erwartungen.

Sehr geil finde ich, dass am 22.05.2014 endlich der neuen X-Men „Zukunft ist Vergangenheit“ in die deutschen Kinos kommt. Das wurde aber auch langsam mal Zeit. Leider ist es noch eine Weile bis dahin…

Aktuell kann man sich bei Disneys´ „Die Eiskönigin – völlig unverfroren“ sicher wunderbar unterhalten lassen. Könnte mich jedesmal wegschmeißen, wenn der süße Schneemann in der Vorschau niest, dabei seine Karottennase zuhält, dafür aber sein Kopf einen Abflug macht. Schön!

So, dass soll es erstmal wieder von mir gewesen sein. Ich hoffe ihr hattet Spaß beim lesen und über Kommentare würde ich mich freuen. Stay tuned!

euer /anawak

La grande finale
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