Halloween ist eine schöne Zeit. Zwar hat sich das heidnische Fest in den letzten Jahren doch nicht so sehr in Deutschland umgesetzt, wie ich es mir gewünscht hätte, aber irgendwie merkt man in diesen Tagen doch: Es ist Geisterstunde! Unterstützend kommt hinzu, dass es abends nun früher dunkel wird und so genieße ich die Momente, wenn ich mich auf meine Couch fallen lasse, die Fernbedienung in die Hand nehme und, während der Wind (wenn´s nicht gar ein Orkan ist) draußen die Blätter von den Bäumen prügelt und mir ein schaurig schönes Liedchen singt, einen Gruselfilm ansehe. Welch bessere Voraussetzungen kann es hierfür geben? Doch da gibt es eine Sache, die mich seit geraumer Weile umtreibt, wenn ich mich mal so richtig in die Decke verkriechen will, weil der Film, der da in der Flimmerkiste läuft, einfach zu “shocking” ist. Diese Kleinigkeit (möchte man meinen) trifft die Hollywoods wie die Indies und dehnt sich bis weit über das von mir so geliebte Genrekino hinaus aus.

Ich sitze also abends da und schaue mir eine neue Folge “Supernatural” an. Ich liebe diese Serie! Vor allem die beiden Hauptcharaktere, Sam und Dean, die sich bis in die dunkelsten Ecken vorwagen um das Dämonenpack zurück in die Hölle zu befördern. Die dunkelsten Ecken? Irgendwie gibt es da gar nicht so viele wirklich dunkle Ecken in der Serie. Da gibt es Szenen in denen sich die beiden des Nachts in ein Gebäude schleichen (bzw. versuchen herauszukommen) und schwingen dabei ihre Taschenlampen umher. Aber irgendwie werde ich nie das Gefühl los, dass es hier gar keine zusätzliche Beleuchtung braucht, weil der Mond ein Flutlicht durch die Fenster wirft, das es jedes Fußballstadion alt aussehen lassen würde. Und wenn der Mond einmal nicht scheint, dann findet man garantiert irgendwo in einer Ecke oder einem angrenzenden Raum eine Lichtquelle, die dort entweder vorher noch nicht war (was man weiß, wenn die vorangegangene  Szene in diesem Raum gespielt hat) oder bei der offensichtlich ist, dass sie dort nicht hingehört. Ein Beispiel hierfür sind Filme, deren Plot in der Natur angesiedelt ist, wo es keine künstlichen Lichtquellen gibt. Nehmt eine Höhle oder einen Wald. Wenn es Nacht wird werden die Scheinwerfer aufgestellt. Ein gutes Beispiel dafür ist der mit dem Namen von James Cameron (welcher hier tatsächlich nur seine 3D-Technik zur Verfügung gestellt hat) groß beworbene Blockbuster “Sanctum”. Mal fernab davon, ob der Film nun glaubwürdig (wer bitte erwartet das bei so einem Streifen?), gut oder schlecht ist war dieser unter dem Gesichtspunkt der Beleuchtung für mich stets eine Berg- und Talfahrt. Im einen Moment ist diese so, wie ich sie mir wünsche, nämlich das man möglichst nur das sieht, was vom tatsächlich vorhandenen Licht (und nicht irgendwelchen versteckten Scheinwerfern) erhellt wird. Im nächsten Moment dann der Klassiker: Die Protagonisten schwimmen durch einen schlauchartigen Tunnel und erhellen die Umgebung dabei nur punktuell mit ihren Helmlampen. In der darauffolgenden Szene sieht man dann plötzlich im Hintergrund den von Licht erhellten Teil des Tunnels, den sie gerade passiert haben. Es gibt reichlich Beispiele, bei denen das mal mehr, mal weniger gut kaschiert wird. Schade finde ich es nur, wenn gerade Filme wie der geniale “Don’t be Afraid of the Dark” an dieser Stelle ebenfalls etwas schludern. Gegenbeispiele kenne ich leider nur sehr wenige. Da wäre beispielsweise “The Descent”, in dem sich ein paar Hobbykletterer anschicken ein noch unerforschtes, unterirdisches Höhlensystem zu erkunden und dort auf ein paar unliebsame Zeitgenossen treffen. Dieser Schocker hat mich vor Allem deswegen nach 1 Std. soweit gehabt, dass ich abschalten musste um tags drauf den Rest im Hellen zu schauen, weil man hier nahezu ausnahmslos nur das sieht, was die Protagonisten durch ihre spärlichen Mittel erleuchten. Eine Szene, in der die 6 Freundinnen durch einen extrem engen, teils unter Wasser liegenden Tunnel kriechen müssen hat vor Allem aufgrund der Lichtgebung eine höllisch-klaustrophobische Atmosphäre erzeugt. Dann wäre da noch der noch gar nicht so alte “Chernobyl Diaries” der, wenn auch nicht ganz so konsequent wie “The Descent”, das Licht ebenfalls so gekonnt nutzt, dass echter, purer und fieser Grusel erzeugt wird. Da gibt es dann eben auch mal Szenen, wo man hinter einer Tür erstmal nichts außer undurchdringlicher Schwärze sieht, aber genau das will ich in so einem Film doch haben. Da will ich nicht, dass irgendwo künstlich nachgeholfen wird (da kann ich das Licht im Zimmer auch anlassen). So if you want to scare the shit out of someone, turn off the fucking light!

Was gibt es eigentlich so Neues in Film und Fernsehen? Eine ganze Menge. Mit “Curse of Chucky” ist ein weiterer Ableger der erfolgreichen Reihe um die Mörderpuppe erschienen. Mit FSK 16 und uncut. Anschauen konnte ich ihn mir noch nicht, aber er liegt bereit. Die Wertungen lassen erhoffen, dass das Sequel den Originalen durchaus gerecht wird. So langsam dürften dann auch alle Slasherklassiker einen neuzeitlichen Nachfolger bzw. ein Reboot gespendet bekommen haben. Leider oft nur mäßig erfolgreich. Freitag der 13. von Michael Bay´s Filmschmiede Platinum Dunes hat bei den Fans ja ziemlich verkackt. Ähnlich, wenn auch nicht ganz so drastisch, ist es Freddy Krüger ergangen (übrigens auch aus der Platinum Dunes Remake-Fabrik). Lediglich Michael Myers hat mit dem Tausendsassa Rob Zombie einen fähigen Mann gefunden, der die Reihe erfolgreich und sehr gut in die Gegenwart transportiert hat.

Zurück zu den News: Die Auszeichnung für den beknacktesten Titel der Woche staubt “Run! Bitch Run!” ab. Was soll man da schon erwarten…? Naja, immerhin ist er uncut erschienen. Aber auch “666 Paranormal Vision” (ich kann nicht mehr…) hat sich angeschickt diese Auszeichnung abzugreifen. Sehr gefreut hat mich, dass (wenn es auch nicht anders zu erwarten war) der 3. Teil der “Hatchet” Reihe von Adam Green in Österreich eine uncut Version spendiert bekommt. Wer auf blutige Slasher mit Kultpotential steht, der sollte sich diese Filme nicht entgehen lassen! Dann bin ich diese Woche über eine Neuerscheinung gestolpert, die mich erstmal irritiert hat: In dem 1963er Gruselfilm “Bis das Blut gefriert” geht es um eine Gruppe Menschen, die eigentlich an einem Experiment zu Schlafstörungen mitmachen möchten und dafür auf ein einsam gelegenes Schloss geladen werden. Kurz darauf müssen sie jedoch feststellen, dass das Gemäuer gar nicht so verlassen ist, wie sie zunächst annahmen…das erinnert mich doch an etwas?! Richtig, es handelt sich um das Original zu “Das Geisterschloss” aus dem Jahre 1999, von dem ich gar nicht wusste, dass es sich “lediglich” um ein Remake handelt. Egal, geil ist der Streifen auch in der neueren Version. Und weitere gute Nachrichten: “Die Mächte des Wahnsinns”, ein großartiger und innovativer Streifen von Horrormeister John Carpenter ist endlich auf BlurRay erschienen (uncut). Zuvor war er kaum zu erschwinglichen Preisen zu bekommen. Bitte mehr davon! Mit der 3. Staffel von “Boardwalk Empire” und der 2. Staffel von “Falling Skies” bekamen auch die Serienjunkies wieder etwas Stoff.

Leider musste ich auch wieder ein paar schlechte Nachrichten von der Jugendschutzfront lesen: der (gar nicht so wilde) französische Zombiestreifen “Die Horde” wurde nach § 131 StGB in Deutschland beschlagnahmt. Und das, wo er schon ein paar Jährchen auf dem Markt ist (in Deutschland natürlich nur cut). Einen weiteren Vertreter der wir-nehmen-einen-bekannten-Titel-und-machen-noch-etwas-Kohle-Fraktion hat es dieses Mal auch mit “Hooligans 3 – Never back Down” erwischt. Er wurde der FSK vorgelegt und abgelehnt. Jetzt versucht man es bei der nächst höheren Instanz (SPIO/JK). Egal wie das ausgeht, wirklich interessant war für mich nur der erste Teil mit Elijah Wood, der mich denn auch gleich dem Sub-Genre der Hooliganfilme näher gebracht hat. Auch im Serienbereich sind etwas die Fetzen geflogen: Am 20.12.2013 erscheint “Hannibal” mit Mads Mikkelsen. Zwar ist die Serie uncut, allerdings handelt es sich dabei nur um die US TV-Fassung in der die eine oder andere blutige Szene dann doch dem Schnitt bzw. der digitalen Nachbearbeitung zum Opfer gefallen ist. Schade, war aber zu erwarten, zumal die erste Staffel durchaus zeigefreudig ist. Ich hoffe mal, dass der etwas ausführlichere Producer´s Cut irgendwann nochmal nachgeschoben wird. Bei der DVD-Auswertung zu der total krank-abgedrehten Zeichentrickserie “Ren & Stimpy” ist Publisher Turbine Media ein Malheur passiert, wie es in Deutschland leider viel zu häufig vorzukommen scheint: Kurz nach der Veröffentlichung, die zuvor noch als uncut angespriesen wurde, tauchten Meldungen im Internet auf, dass bei 2 Folgen doch Szenen herausgenommen wurden. Diese Befürchtung wurde kurz darauf bestätigt…Turbine Media bietet nun die tatsächliche uncut-Version zum Austausch gegen die ursprüngliche DVD-Box an. Na wenigstens etwas!

Ganz ehrlich: Ich muss unbedingt mal wieder ins Kino! Herrgott habe ich viele Filme verpasst in letzter Zeit, die mich brennend interessiert hätten. Und auch in dieser und letzter Woche sind wieder ein paar feine Streifen auf der großen Leinwand gestartet. Die Jungs um Johnny Knoxville haben ihren neuesten Streich “Jackass presents: Bad Grandpa” rausgehauen. Ich weiß nicht, von dem ganzen kranken Mist, den die Jungs bisher gemacht haben fand ich den Opi eigentlich immer am langweiligsten…aber wer die Stuntjungs kennt weiß, dass auch dieser Streifen sicher irgendwie zu unterhalten weiß…zumindest die Fans, alle anderen fragen sich ohnehin nur, wie man sich so eine beknackte Scheiße ansehen kann…ich mag´s. Dann ist der deutsche Film “King Ping – Tippen Tappen Tödchen” erschienen und trotz des Namens (musste irgendwie an unsere Plati denken) habe ich mir den Trailer gegeben. Fuck yeah! Sieht schön abgedreht aus. Mit von der Partie sind Christoph Maria Herbst (immer groß!) und Bela B (sowieso groß!). Der Streifen ist irgendwo zwischen dem Leben eines Pinguinpflegers und eines Kriminalfalls angesiedelt. Das könnte endlich mal wieder ein richtig cooler deutscher Film werden. In der Blockbusterecke made in USA schwingt Chris Hemsworth in “Thor 2 – The Dark Kingdom” erneut den Hammer. Wenn der nur ansatzweise so gut wird wie der erste, dann lasse ich mir gerne auch den x-ten Marvel-Film gefallen. Zu guter Letzt hat der Regisseur Erwin Wagenhofer mit “alphabet” einen Film über Bildungskultur in der heutigen Gesellschaft herausgebracht. Alleine vom Trailer ausgehend scheint man sich sehr kritisch mit dem Thema auseinander zu setzen und einige sehr interessante Gedanken rüber zu bringen. Das wäre dann mal wieder was für einen Doku-Abend.

Sodele, nach mehreren Tagen schreiben ist nun auch der Tag erreicht, mit dem ich diese Kolumne begonnen habe: Halloween. Daher zum Abschluss noch ein paar meiner Favoriten zum alleinigen oder gemeinsamen gruseln:

Halloween (klar, oder?)

Trick´r Treat (sehr geiler Episodenfilm – Freundinnenerprobt!)

Chucky – Die Mörderpuppe (atmosphärisch, lustig, gemein, ansehen!)

Leprechaun (mit Jennifer Aniston in ihrer Deputrolle)

Grace – Love Undying (wenn man es fies haben möchte)

Damit verabschiede ich mich. Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim lesen und freue mich schon jetzt auf die nächste Ausgabe.

Man liest sich!

euer /anawak

Licht und Schatten
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