Uffta! Das ging schnell…ist die Folge tatsächlich schon zuende? Ja, so ging es mir, als die Abschlussmelodie von Episode 29 durch meine Ohren sickerte. Daher, bevor ich überhaupt richtig loslege, eines vorweg: Die Zeitspule 2 ist sehr kurzweilig. Nicht nur, weil sie spannend ist und zu unterhalten weiß, sondern auch aufgrund der Spieldauer. Diese ist nämlich mit nicht einmal 50 Minuten selbst für ein Hörspiel ziemlich knapp geraten. Bekanntermaßen hat das aber erst einmal gar nichts zu sagen, solange der Inhalt passt und keine essentiellen Erklärungen vermissen lässt. Nun, und wie steht es um den Inhalt?

Nachdem Mark Brandis Ende der letzten Folge auf Professor Smirnoff gestoßen ist, der bereits seit vielen Jahren an der Zeitspule forscht, erschließen sich unserem Raumnotretter neue Möglichkeiten, um wenigstens kurzzeitig der eisernen Überwachung von Leonardo Assante zu entgehen und einen Plan zu schmieden. Die Forschungen von Smirnoff haben nämlich ergeben, dass man in der Nähe des außerirdischen Artefakts, welches einst mit dem Wanderplaneten Ikarus auf die Erde kam, die Zeit einfrieren kann, während sie außerhalb des Wirkungsbereichs normal voranschreitet. Auch ist man innerhalb dieser Zone abgeschirmt und so kann Mark endlich loswerden, dass all seine Pläne nur ein Vorwand waren, um den Auftrag von Assante ausführen zu können. Dieser wiederum lässt sich aber nicht so leicht an der Nase herumführen und schickt ihn kurzerhand in eine unterirdische Versuchsanlage in der Antarktis, wo sich das heiß ersehnte Artefakt befindet. Hier kommt es schließlich zur finalen Auseinandersetzung und wie so oft, läuft alles anders als gedacht…

Produktionstechnisch ist Die Zeitspule 2, ebenso wie die anderen Folgen von Mark Brandis, über alle Zweifel erhaben.

Die Sprecher leisten ganze Arbeit, allen voran einmal mehr Michael Lott als Mark Brandis. Ebenso Dorothea Anna Hagena, deren Name auch wunderbar in diese Serie passen würde, die hier jedoch als Marks bessere Hälfte Ruth O´Hara auftritt, muss ich endlich einmal lobend erwähnen. Zwar hat sie in dieser Folge nur einen kurzen Auftritt, allerdings gibt sie der Reihe mehr noch als alle anderen diesen unschuldigen Retro Science-Fiction Flair.

Als Fan von Storytelling im Eis war ich entsprechend angetan von dem Ausflug in die Antarktis und dem damit verbunden Akustikgenuss (ich liebe das Geräusch

von Schritten im Schnee;). Nur kurze Zeit später überrascht diese Episode mit einer ungewöhnlich brutalen Szene, auf die an dieser Stelle aber aus Spoilergründen nicht weiter eingegangen werden soll. Zwar wird das, was hier passiert, später wieder ausgehebelt, dass ändert jedoch nichts an dem “What the fuck?!”-Effekt, der mich zunächst ziemlich überrumpelt hat. Das soll aber vielmehr als Lob, denn als Kritik verstanden werden, weil man, zumindest was meine bisherigen Mark Brandis-Erfahrungen angeht, einfach einmal über den Tellerrand blickt.

Gefallen hat mir auch der Humor, der sich meist die Situation zunutze macht, um ziemlich unvermittelt um die Ecke zu schießen.

Selbst bei mehrmaligem Hören, sind mir regelmäßig neue Dialogteile aufgefallen, die mich haben schmunzeln lassen. Dieser Reiz, stets etwas Neues entdecken zu können, fordert förmlich dazu auf, die CD nach dem ersten Durchgang nicht gleich wieder ins Regal zu legen.

In Sachen Spannung begibt man sich im Vergleich zum ersten Teil dieser Doppelfolge in etwas seichtere Gewässer. Zwar steht immer noch die Frage im Raum, welchen Plan Assante verfolgt und auch die bereits erwähnte “Metzgerszene” lässt den Atem kurz stocken. Der Showdown folgt dann aber ziemlich plötzlich und viel bekommt man davon auch nicht direkt mit, da er hinter verschlossenen Türen stattfindet. Tja, und dann sind wir auch bei der Nachbesprechung, in der die letzten Storyschnipsel zusammengelegt werden. Die Folge unterhält immer noch auf überdurchschnittlich hohem Niveau, zieht aber hinsichtlich der Spannung nicht so sehr, wie Die Zeitspule 1.

Lobend möchte ich an dieser Stelle einfach mal erwähnen, dass am Ende der Mark Brandis-Folgen immer noch die Sprecher in Form eines akustischen Abspanns aufgezählt werden (außer bei mehrteiligen Folgen wie hier – da werden die Sprecher erst bei der letzten Episode erwähnt). Das bin ich so von einem Hörspiel gar nicht gewohnt, finde es aber sehr wichtig, weil die Synchronbesetzung ganz offensichtlich ihr ganzes Herzblut gibt, um jedesmal auf’s neue ein einzigartiges Erlebnis zu schaffen. Dies ist ihnen zusammen mit dem Rest des Teams auch in Die Zeitspule 2 wieder gelungen.



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Mark Brandis - Die Zeitspule 2
Prädikat: Sehr gut!
Sprache96%
Umfang75%
Atmosphäre85%
Ton94%
88%Sci-Fi-Faktor
Leserwertung: (0 Votes)
0%

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