Garin, Vater eines kleinen Mädchens fürchtet, dass seine Frau fremd geht…Recht hat er, denn während ihr Mann sich nach der Nachtschicht im Krankenhaus um die kleines Tochter kümmert vergnügt Irina sich mit dem erfolgreichen Geschäftsmann Vlad. Was wie eine billige Seifenoper klingt wird schon zu Beginn von „Metro – Im Netz des Todes“ immer wieder von kurzen Szenen unterbrochen, die das sich anbahnende Unglück ankündigen: Der Durchbruch der Moskwa (ein Fluss der durch die russische Hauptstadt führt) in die Moskauer Metro. Wie durch einen blöden Zufall (aber warum sollte es auch anders sein) befinden sich bis auf Irina alle Beteiligten dieses Familiendramas in eben jener U-Bahn, die unmittelbar von den eindringenden Wassermassen erfasst wird. Aus der „Lindenstraße“ wird plötzlich die russische Version von „Daylight“…

Dieser Vergleich ist gar nicht so weit hergeholt, denn tatsächlich wirkt der Film von Regisseur Anton Megerdichev („Dark World – Das Tal der Hexenkönigin“) über weite Teile wie der 1996er Thriller mit „Sly“. Leider reicht „Metro“ jedoch nicht ganz an die Klasse von „Daylight“, was natürlich insbesondere daran liegt, dass Sylvester Stallone nicht mitspielt. Aber auch hinsichtlich der Story kann er nicht wirklich mithalten. Viele Situationen, die Spannungsspitzen erzeugen sollen wirken konstruiert und durch überdramatisierte Musikuntermalung an den Rande der unfreiwilligen Komik getrieben. Generell hat der Film über die Laufzeit von 131 Min. die eine oder andere Länge. Weniger wäre hier mehr gewesen.

Zugunglück in ZeitlupeEin Zugunglück in Zeitlupe mit einer beeindruckenden Kamerafahrt.

Nichtsdestotrotz weiß der Streifen letztlich gut zu unterhalten. Das liegt zum Einen daran, dass man durch außergewöhnliche und teils äußerst beeindruckende Kamerafahrten punktet. Auch die (CGI-)Effekte sind nicht von schlechten Eltern und die Schauspieler wissen im Großen und Ganzen, was sie tun. Bei all dem sollte natürlich beachtet werden, dass das russische Kino (ähnliche wie bspw. das fernöstliche) für den Filmfan, der sich größtenteils populäre Werke aus Hollywood anschaut, sehr gewöhnungsbedürftig ist. Davon sollte sich aber niemand abschrecken lassen. Abgesehen von den oben genannten Kritikpunkten empfehle ich „Metro“ nämlich uneingeschränkt weiter. Insbesondere für Fans von Katastrophenfilmen gibt es hier endlich einmal wie qualitativ hochwertigen Nachschub, der viel näher am Hochglanzkino als am Trash ist.

 

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