Ein Ex-Soldat zieht in ein neues Haus auf dem Land. Eine Prinzessin aus einer anderen Welt verliert den Zauberer, der sie stets vor einer Armee Orcs beschützt hat. Na, wenn die beiden mal nicht zusammenfinden würden, dann…naja, dann wäre “Orc Wars” ein ziemlich kurzer Streifen.

Umso besser, dass unsere ängstliche Prinzessin auf den wackeren Soldaten trifft, der sich dann auch sogleich mit einer Horde wilder, stinkender und, nebenbei bemerkt, ziemlich hohler Orc-Fressen rumschlagen muss. Dabei wollte er doch einfach nur in Ruhe sein Kriegstrauma überwinden. Nach einigem Hin und Her erkennt er dann aber doch sein Schicksal als neuer Zauberer und Wächter des Tores zur anderen Welt…dieses befindet sich nämlich, wie es der Zufall so will, auf seinem neuen Landsitz. Aber was macht so einen Zauberer eigentlich aus? Muss er sich jetzt einen Stock schnitzen, darauf herumreiten und wild Feuerbälle und anderes Lichtwerk um sich werfen? Nö, ein Zauberer zu sein ist in der Welt der Orcs eigentlich sogar ziemlich einfach. Die sind nämlich nicht mit den Waffen der Neuzeit vertraut, ist ihre Welt doch immer noch in einer Art Mittelalter hängen geblieben. Und so kommt es den Stuppsnasen direkt wie Zauberei vor, wenn ihnen die Projektile, Raketen und Granaten um die Ohren fliegen.

Und genau das geschieht auch die meiste Zeit über: Es werden dutzende, ach, hunderte Orcs abgemurkst, während diese ziemlich unbeholfen versuchen an die Prinzessin zu gelangen, deren Blut sie opfern wollen für…warum noch gleich? Ach, ist ja auch egal, denn von Anfang an ist klar, dass die Story hier nur schnödes Beiwerk ist um einen Film zu schaffen, den man gut und gerne auch “Orcs vs. Humans” hätte nennen können. Aber dann hätte man ihn vielleicht auch voreilig in die Fremdschäm-Schublade mit der Aufschrift “Asylum-Produktion” gesteckt. Und damit, soviel sei gesagt, wäre dem Streifen wirklich Unrecht getan. Das offensichtlich geringe Budget sieht man dem Film zwar insbesondere bei den leider zu häufig verwendeten, immer gleichen CGI-Blutspritzern sowie dem doch arg begrenzten Schauplatz und den mäßig begabten Schauspielern an. Auf der Pro-Seite steht dagegen die Maske, die insbesondere bei den Orcs eine Klasse abliefert, wie man sie hier gar nicht erwarten würden, wenn man einmal die ersten 5 Minuten geschaut hat und am Überlegen ist, ob man sich das wirklich antun soll. Sollte man, denn “Orc Wars” entwickelt mit der Zeit einen gewissen Charme, wirkt er doch wie ein Film von Fans, für Fans. Er macht keinen Hehl aus seinem Trash-Dasein, aber dafür sind die Schwerpunkte richtig gelegt. Daher fallen die Macken nach einer Weile schon gar nicht mehr so richtig auf. Im Gegenteil, sie fangen spätestens dann an Spaß zu machen, wenn unsere 3 Helden zum Ende hin mit einem Juggernaut durch die Orc-Horden mähen und mit Raketen um sich schießen. Zu guter letzt gibt es dann noch einen Kampf gegen den Gott der Orcs, einen (gar nicht mal soooo schlecht animierten) Drachen.

Orc Wars - JuggernautOrcs, Maschinengewehre und Raketenwerfer…passt das zusammen? Ja!

Schlussendlich bleibt ein Film, den man sich gerne ansehen darf, wenn man für anständigen Trash zu haben ist. Aber bitte nicht vergessen, für diesen Anlass den besten Freund einzuladen und einen Kasten Bier zu besorgen. Denn seien wir ehrlich: Nur so macht Trash wirklich Spaß!

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