Vor genau einem Monat habe ich in meinem Bericht zur Gamescom 2018 u.a. das Game X-Morph: Defense von dem polnischen Entwickler EXOR Studios erwähnt und mir vorgenommen, dieses unbedingt zu zocken. Mittlerweile habe ich es in meinem Stream durchgespielt und konnte mir ergo ein gutes Bild von dem Titel machen. Kann er dem Hype, in den er mich im August versetzt hat, gerecht werden, oder kam doch irgendwann die Ernüchterung? Du kannst es hier und jetzt erfahren, indem du einfach nur weiter liest.
 
Eines schonmal vorweg: Bei X-Morph: Defense handelt es sich um einen Tower Defense-Titel der etwas anderen Art. Das beginnt bereits bei der Rollenverteilung: Ausnahmsweise sind wir einmal nicht die einzige Option auf die Rettung unseres Planeten – nein, wir sind genau das Gegenteil! Als eines von vielen “Bewusstseinen” (was’n komisches Wort im Plural!) einer außerirdischen Rasse müssen wir die Invasion des blauen Planeten vorantreiben. Konkret bedeutet dies, die Terraformer zu beschützen, welche nach und nach überall auf der Erde platziert werden, um das mickrige Menschenvolk auszulöschen. Viel mehr Story steckt letztlich auch nicht in dem Game, was keineswegs schlimm ist, da der Fokus ganz klar auf dem Gameplay liegt. 
 
Wie bei Tower Defense-Spielen üblich, hat man auch hier in jedem Level eine Karte und einen Punkt, den es zu verteidigen gilt (die bereits erwähnten Terraformer). Die Gegner kommen in Wellen und versuchen, diesen Punkt einzunehmen bzw. zu zerstören. Von wo die Widersacher kommen und welche Route sie nehmen werden, ist vor dem Beginn jeder Welle bekannt, sodass man seine Türme entsprechend platzieren und sogar die Routen umlenken kann. Die Türme gibt es wie üblich in einer Grundausstattung, welche dann aufgewertet werden kann. Auch lassen sie sich verschieben und verkaufen, um die mühsam erarbeiteten Ressourcen anderweitig zu investieren. Neu ist bei X-Morph allerdings, dass man nicht nur Türme baut und sich ausschließlich um diese kümmert. Nein, man fliegt in der isometrischen Perspektive stets mit einer Art flinkem Raumschiff herum und kann mit diesem auch aktiv in die Schlacht eingreifen, indem man Gegner direkt erledigt. Normalerweise ist man bei Spielen dieser Art ja eher ein “körperloser” Stratege, der nur baut, aufwertet und die Verteidigung anpasst. Nicht so hier. In bester “SCHMUP”-Manier ballert man, was das Zeug hält und macht auch sonst alles mit dem Raum…äh…Jet (?). Dazu gehört ebenso das Erwirtschaften der Ressourcen, welche man zum Turmbau benötigt. Diese erhält man durch das Erledigen von Gegnern, den Abschluss von Leveln oder das direkt Aufsammeln während der Schlacht. Jeder vernichtete Gegner hinterlässt nämlich so eine Art “Kristalle”, die man mit dem Raumschiff aufsaugen kann. Dafür muss man dieses allerdings in den “Ghost-Modus” versetzen. Nur in Selbigem lassen sich die Kristalle aufsammeln und Türme bauen sowie bearbeiten. Gegner sehen einen in diesem Zustand nicht, gleichwohl kann man aber auch nicht aktiv angreifen.
 
Des Weiteren erhält man im Laufe des Spiels vier verschiedene Angriffs-Modi, die jeweils andere Schüsse (u.a. zur besseren Luftabwehr oder gegen besonders zähe Gegner) und Spezialwaffen haben. Letztere haben immer eine Aufladezeit, die aber überschaubar ist. So lässt sich auf dem Schlachtfeld beispielsweise eine Art schwarzes Loch erzeugen, das die Gegner verlangsamt, beschädigt, oder, bei kleinen Einheiten, sogar direkt einsaugt. Des Weiteren kann man eine Bombe mit immenser Durchschlagskraft platzieren. Mit dieser lässt sich auch sehr schön die Karte in Schutt und Asche legen. Jupp, du hast richtig gelesen: Die komplette und taktische Zerstörung der Umgebung ist ein wichtiger Bestandteil des Games. Es stehen Hochhäuser am Rand einer Gegnerroute? Mit einer geschickt eingesetzten Bombe oder unter Inbeschussnahme des Gebäudes, kann man dieses gezielt auf die Gegner stürzen lassen und damit sogar ihre Wege blockieren, was gerade bei den teils haushohen Endbossen wichtig ist. Abgesehen vom Strategischen sieht es aber auch einfach extrem geil aus, wenn die Map nach und nach einer Kraterlandschaft gleicht.

“VORSIIIIICHT, HAUS FÄÄÄÄÄÄLLT!!!”
 
 
Bis es soweit ist, muss man sich aber durch eine teils überwältigende Übermacht aus Panzern unterschiedlichster Gattung, Düsenjets, Bombern, Walkern, Marines und und und ballern. Da kann man schonmal ins Schwitzen kommen. Um bei den immer schwerer werdenden Leveln nicht ins Hintertreffen zu geraten, kann man neben den erwähnten Modi des Raumschiffs sowohl die Türme, als auch das Fluggefährt selber sowie den zu beschützenden Terraformer immer weiter verbessern. Doch bei all dem darf man den taktischen Aspekt nicht aus den Augen zu verlieren: Wo muss ich noch Türme hinbauen, weil die Gegner sonst durchbrechen? Welche Routen sind zu kurz? Wieviele Ressourcen stecke ich in die Verteidigung welcher Front? All diese Dinge müssen innerhalb kurzer Zeit koordiniert und entschieden werden. Das macht X-Morph zwar ab und an etwas unübersichtlich, gleichzeitig aber auch so spannend und abwechslungsreich.
 
Noch ein paar Worte zur Technik: Optisch ist der Titel eine echte Augenweide und das flüssige Gameplay tut sein Übriges, um immer wieder auf’s Neue zu begeistern. Soundtechnisch knallt es ebenfalls ganz ordentlich in die Gehörgänge. Steuern kann man per Tastatur oder Gamepad. Probiert habe ich beides und obwohl ich mich letztlich aus persönlicher Vorliebe für die Tastatur entschieden habe, gibt es meines Erachtens auch an der Steuerung per Controller nichts zu meckern. Diese wurde , wie so ziemlich alles an dem Game, wirklich vorbildlich umgesetzt. Ach ja, bevor ich es vergesse: Wer den Titel mit einem Kumpel spielen will, kann dies…wenn auch leider nur im lokalen Splitscreen (wobei es laut den Entwicklern einen inoffiziellen Workaroud für einen online Koop gibt, welchen ich allerdings noch nicht getestet habe). 
 
Zum Abschluss habe ich hier noch einen Trailer für dich:
 

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https://www.youtube.com/watch?v=iQ6vKyL9bPw&t=41s

Review: X-Morph: Defense
Grafik90%
Gameplay90%
Sound80%
Story50%
Pro
  • Sehr flüssiges Gameplay
  • Erfrischende Ideen
  • Großartige Präsentation
Contra
  • Kein offizieller online Koop-Modus
78%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
0%

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