Sharkansas Women's Prison Massacre | Cover ©Tiberius FilmHerzlich willkommen in Arkansas, wo man inmitten eines Wald- und Sumpfgebietes ein Frauengefängnis erbaut hat (warum auch immer)! Die hier inhaftierten Ladies wirken zwar so doof, dass man ihnen selbst eine gesetzeswidrige Tat nicht zutrauen würde, aber irgendwie haben es Honey (Dominique Swain), Anita (Cindy Lucas), Michelle (Christine *arrrrrrr* Nguyen) und Shannon (Amy Holt) in den Knast geschafft. Dort müssen sie nun ihre Strafe absitzen. Hierzu gehört auch der eine oder andere Trip in die Natur, wo sie unter Aufsicht ihrer beiden Wärter (John CallahanSerafin Falcon) vollkommen sinnbefreit Löcher graben müssen. Allerdings sind die werten Damen (trotz knapper Bekleidung, die in diesem Gefängnis der übliche Arbeitsdress zu sein scheint) nach 1-2 Spatenstichen schon so platt und geschwitzt, dass sie erst einmal was trinken müssen. Das geschieht ganz stilecht, indem sie die Hälfte verschütten (ihr könnt euch denken wohin). Eine von ihnen muss aber weniger Flüssigkeit zu sich nehmen, als vielmehr welche loswerden. Als sie von ihrer Pinkelpause nicht zurückkommt begibt man sich auf die Suche, findet jedoch nur ihr blutgetränktes Top. Was da wohl passiert ist? Ganz einfach: Urzeitliche Haie wurden aufgrund von Sprengungen aus ihrem unterirdischen Gefängnis befreit und haben jetzt mächtig Kohldampf auf knackige Schenkel. Wer nun aber denkt, dass man ja einfach nicht ins Wasser gehen muss, der sollte vielleicht noch wissen, dass die Kerlchen sich auch durch Erde wühlen können. Und was nun?

Sowohl Cover als auch der Titel lassen die berechtigte Vermutung zu, dass es sich bei Jim Wynorski‘s Sharkansas Women’s Prison Massacre um einen waschechten Trashstreifen handelt. Und nach Filmen wie Scared Topless oder Shark Babes fühlt sich der Regisseur in diesem Subgenre auch sichtlich zuhause, denn anders als Isaac Gabaeff in seinem kürzlich besprochenen Killer Beach scheint Wynorski sehr bewusst zu sein, mit welchem Stoff er es zu tun hat. So unternimmt er gar nicht erst den Versuch, ein ernstzunehmendes Werk auf die Menschheit loszulassen. Seine Figuren sind überzeichnet und erfüllen so ziemlich jedes Klischee, dass einem einfallen könnte. Sich hier an fehlender Logik, 

sinnlosen Dialogen oder grottigen CGI-Effekten festzubeißen kann man sich also sparen – dann lieber gar nicht erst den Versuch wagen und die Finger von dem Streifen lassen. Doch selbst, wenn man mit ähnlich gelagerten Filmen der Marke SharknadoMega Piranha oder Mega Shark (die Kreativität bei der Titelvergabe pustet mich immer wieder auf’s Neue weg) etwas anfangen kann, darf man hier nicht allzu viel erwarten, zumal die meisten Ideen in ähnlicher Form schonmal irgendwo aufgetaucht sind.

Beim Creature Design hat man sich eine gute Scheibe von Tremors abgeschnitten, Megabrüste darf man sowieso in nahezu jedem Streifen dieser Art bewundern und auch sonst fehlt es dem Teil an einer guten Portion eigener Kreativität.

Hinzu kommt, dass die Splattereffekte nicht nur rar gesät, sondern auch extrem schlecht sind, egal ob CGI oder “handgemacht”. Letzteres schaut gar so aus, als hätte man sich an abgeschnittenen Körperteilen aus der Halloween Abteilung eines Billigsupermarkts bedient und einfach auf den Boden gelegt. So etwas kann man auch mit einem niedrigen Budget besser machen. 

Und doch kann ich Sharkansas Women’s Prison Massacre einen gewissen Charme nicht absprechen. Das liegt nicht nur an den Damen, die teilweise sogar recht bodenständig agieren, vor allem aber ein hübsches Augenschmankerl sind, sondern auch daran, dass die eine oder andere hirnrissige Idee sowie die bewusst eingesetzten Klischees mich dann doch zum Lachen bringen konnten. Das hat Killer Beach nicht geschafft, weshalb ich euch Jim Wynorski’s Werk für den nächsten Trashabend auch eher ans Herz legen möchte. Denkt aber bitte an den obligatorischen Bierkasten;)

 

Bilder aus dem Frauenknast

H...H...Hot! Und im Pool gibt's auch keine Haie... (Christine Nguyen)

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...dafür aber gleich zwei leicht bekleidete Damen. (Skye McDonald)

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Einmal aussteigen, bitte!

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Heute im Frauengefängnis: Ein Klassenausflug. (vlnr.: Amy Holt, John Callahan, Christine Nguyen, Serafin Falcon)

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Zwei Detectives eilen zur Hilfe. (Traci Lords, Corey Landis)

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Der Hahn im Korb: Prof. Orville (Chris De Christopher)

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Zusatzinfos | Herkunftsland: USA | Originaltitel: Sharkansas Women’s Prison Massacre | Regie: Jim Wynorski | Freigabe: FSK 16 | Uncut: Ja | Spieldauer: 84 Min. | Verleih: Tiberius Film | DVD/BD VÖ: 09.06.2016
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https://www.youtube.com/watch?v=3KP5Iw1cVf8
Sharkansas Women's Prison Massacre (2015)
Prädikat: Billige Effekte, eine flache Story aber wenigstens hai-ße Ladies und der eine oder andere Lacher - für Trashfans gut, alle anderen lassen besser die Finger weg.
Story45%
Schauspieler52%
Spannung50%
Inszenierung53%
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