Hallo ihr Lieben! Heute geht es mal nicht um einen Film, sondern um ein herzergreifendes Ereignis, dem ich gestern beiwohnen durfte. Wer mich gut kennt, wird wissen, dass ich ein großer Verfechter (Fan klingt irgendwie immer so komisch) des Youtubers Gronkh bin, der schon seit einigen Jahren u.a. auf besagter Videoplattform, aber auch auf Twitch Menschen unterhält, die am Gaming oder einfach an sympathischer Unterhaltung Interesse haben. Für diejenigen, denen das Thema gänzlich fremd ist: Gronkh ist ein sogenannter „Let’s Player“ (zwar noch viel mehr, aber dadurch ist er bekannt geworden). Will heißen: Er spielt Computer- bzw. Konsolenspiele und erzählt dabei etwas über das jeweilige Game oder einfach mal über sich bzw. aktuelle Themen. Klingt für Leute, die noch nie einen Berührungspunkt damit hatten sehr seltsam und jemandem beim Spielen zuzuschauen ist auch nichts für jeden, für mich hat sich dieses Format aber vor allem freitagabends zu einem klaren Favoriten gegen das Fernsehen oder Filme/Serien durchgesetzt. Dann nämlich streamt Gronkh regelmäßig auf Twitch.tv live aus seiner Bude. Im Grunde also eine Livesendung, die er von zuhause aus betreibt. Hier wird nicht nur gespielt, sondern auch mit den Zuschauern interagiert (meist schauen 20.000-30.000 Leute dabei zu!). Man kann während des „Streams“ (also der Sendung) Kommentare und Fragen schreiben, die der gute Mann, sofern es ihm bei der Masse an Text möglich ist, auch beantwortet. Des Weiteren kann man, wenn man es denn möchte, „donaten“, was nichts anderes ist, als seinen Stream mit Geld zu unterstützen (jeder Betrag ist möglich, aber kein Muss…seine Streams sind kostenlos). Und obwohl er mittlerweile dieses Hobby zum Beruf machen konnte und davon lebt (Werbeeinnahmen oder bezahlte Jobs, wie bspw. Synchronsprecherrollen -u.a. im neuen Resident Evil Film-, an die er über seine Arbeit als Youtuber/Twitch-Streamer gekommen ist), nimmt er nicht so gerne Geld von den Leuten…vor allem dann nicht, wenn es große Beträge sind, die schonmal 3-stellig sein können. Da seine Zuschauer ihm aber trotzdem gerne etwas für die großartige Unterhaltung, die er seit Jahren liefert, zukommen lassen möchten, startet er seit mittlerweile fast 2 Jahren Charity-Aktionen. So zum Beispiel „Friendly Fire“, was Ende 2016 schon zum zweiten Mal stattgefunden hat und wo er nebst etwa einem Dutzend weiteren Leuten „aus der Szene“ 12 Stunden lang aus einem Studio überträgt. Es wird gezockt (neben Videospielen auch mal analoge Games), gequatscht und es gibt Gäste. Alle Spenden/Donations, die in dieser Zeit reinkommen, lassen die Damen und Herren einem guten Zweck zukommen. Letzten Monat haben sie bspw. 200.000 € u.a. für die Tafel und ein Tierheim gesammelt, welches andernfalls hätte dichtgemacht werden müssen. Der Betrag wurde im Übrigen von den Veranstaltern (also Gronkh und seinen Freunden/Kollegen) sowie den Sponsoren der Sendung auf über 300.000 € „aufgerundet“. Wahnsinn!

Aber auch zwischendurch macht er immer wieder mal Aktionen, bei denen das gesamte, gespendete Geld eines Streams bspw. an einen Spieleentwickler geht, der damit dann ein neues Game finanzieren kann, welches ohne dieses mitunter gar nicht erscheinen würde (so zum Beispiel der vielversprechende Titel „Deliver us the Moon“).

Soviel also zu den Hintergründen. Gestern hat er einmal mehr und völlig überraschend eine solche Aktion gebracht, die wohl alle seine Zuschauer, inkl. mir, zutiefst berührt hat: Ganz spontan schaltete er auf einen anderen Kanal (man kann auch „Sender“ sagen) auf Twitch, wo eine ältere Dame, die sich selbst „Marmeladenoma“ nennt, jeden Freitag um 20:00 Uhr Märchen vorliest. Ihr lest richtig: Da sitzt eine Oma und liest „Rumpelstilzchen“, „Frau Holle“ oder „Des Kaisers neue Kleider“ vor. Das ist etwas, was viele von uns in dieser schnelllebigen Welt vielleicht gar nicht mehr kennen. Wie bei nahezu jedem Kanal auf Twitch kann man auch bei ihr spenden und das Geld möchte sie gerne in ihren Computer investieren, mit dem ihre Sendung übertragen wird. Was Gronkh nun getan hat, ist ein sogenannter „Raid“, was kurz gesagt bedeutet, dass er alle seine Zuschauer bat, auf den Kanal der Marmeladenoma umzuschalten. Außerdem sollten sie ihr das Geld zu spenden, was sonst er bekommen hätte. Das Ergebnis: Zu Beginn der Aktion stand der Zähler bei der „Oma“ auf 500,00 € (die sie wohlgemerkt über mehrere Abende hinweg gesammelt hat), innerhalb von knapp 2 Stunden waren es über 4.000 €! Dafür bekamen die zwischenzeitlich vielen tausend Zuschauer (vorher hatte sie gerade mal einen Bruchteil davon) zahlreiche Geschichten vorgelesen. Die gesamte Aktion könnt ihr euch in u.g. Video anschauen. Heute gab es dann auch prompt eine Antwort der völlig überwältigten Dame:

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https://www.youtube.com/watch?v=NNy_geI1ADg

Hier auch noch der Kanal von der sympathischen Frau:

https://www.twitch.tv/marmeladenoma (i.d.R. freitags ab 20:00 Uhr gibt es hier Märchen)

Für mich war dies einer jener viel zu seltenen Momente, in denen man echte, selbstlose Nächstenliebe erleben darf, die es heute viel, viel zu selten gibt. Genau deshalb ist es mir auch ein persönliches Anliegen, diese Erfahrung mit euch zu teilen, egal, ob es sich jetzt um ein Kernthema von BMTH handelt, oder nicht. Denn Menschlichkeit sollte immer und überall ihren Platz haben!

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