Nach der Entführung und Vergewaltigung der jungen Prostituierten Cindy Paulson (Vanessa Hudgens), die ihrem Peiniger jedoch entfliehen konnte, ermittelt der State Trooper Jack Halcombe (Nicolas Cage) in ihrem Fall. Im Laufe der Untersuchungen stößt er auf zahlreiche weitere Entführungsfälle, in deren Folge die jungen Frauen nie wieder aufgetaucht sind. Dem Hauptverdächtigen Robert Hansen (John Cusack) ist jedoch alles Andere als leicht beizukommen: Fehlende Beweise und Cindy, die nicht gegen ihren Entführer aussagen möchte, machen es schwer, den Fall zu knacken. Indes ruht der Serienmörder nicht und holt sich sein nächstes Opfer.

“Dieser Film beruht auf wahren Begebenheiten” – wie oft liest man diese Worte heutzutage im Kino oder auf der heimischen Leinwand? In den meisten Fällen stimmt diese Aussage schlichtweg nicht, oder, die realen Hintergründe wurden dermaßen zum Selbstzweck verfälscht, dass nicht mehr viel davon übrig ist. Gleichwohl gibt es ein paar wenige Filmbeiträge, die diesen Satz vollkommen zurecht benutzen. So auch im Falle von The Frozen Ground. Tatsächlich gab es in Anchorage, Alaska einen Robert Christian Hansen, der in den 1970er und 80er Jahren weit mehr als ein Dutzend Frauen entführte, vergewaltigte und dann in einem abgelegenen Waldgebiet frei ließ. Dies jedoch nur, um Jagd auf sie zu machen und ihre Leichen schlussendlich zu verscharren. Wenn man sich über die tatsächlichen Gegebenheiten und Ereignisse während der Ermittlungen informiert, ist es beeindruckend, mit wieviel Liebe zum Detail man den Film umgesetzt hat. Viele Fakten wurden übernommen und geben dem Gesehenen nochmal eine ganz andere Gewichtung.

Als ich den Film gesehen habe, wusste ich gar nichts über die tatsächlichen Ereignisse. Aber bereits ohne dieses Hintergrundwissen ist The Frozen Ground ein guter und fesselnder Thriller. Hierzu tragen vor allem die Schauspieler bei, allen voran John Cusack, der eine super Leistung abliefert. Nicolas Cage spielt gewohnt gut und Vanessa Hudgens forciert sich nach Sucker Punch und dem überragenden Spring Breakers langsam aber sicher als feste Größe im Genrekino. Etwas schade ist es jedoch, dass Radha Mitchell (Silent Hill) in der Rolle als Ehefrau von Jack Halcombe viel zu kurz kommt. Auch sonst sind die Nebenrollen für einen verhältnismäßig kleinen Thriller gut besetzt, denn neben Curtis “50 Cent” Jackson haben auch Dean Norris (Breaking Bad) und Kevin Dunn (Transformers 1-3) kleine Auftritte.

Was am Ende fehlt, um aus dem Film einen herausragenden Thriller zu machen, ist ein konsequenter Spannungsaufbau. Dieser gerät insbesondere im letzten Drittel etwas ins Stocken und künstlich hinausgezögert, wenn auch die eine oder andere Handlung der Protagonisten nicht mehr ganz nachvollziehbar ist. Auch gehen die Darsteller, ausgenommen Cusack und Hudgens, etwas zu routiniert ans Werk. Das trennt den Film wohlgemerkt lediglich von einer Spitzenwertung und spätestens, wenn im Abspann Originalbilder der Opfer gezeigt werden, macht man sich über solche Kritikpunkte ohnehin keine Gedanken mehr. Dann sind auch die teils vernichtenden Rezensionen nicht mehr ganz nachvollziehbar.

Prädikat: Besser als sein Ruf.

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