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Simon Pegg und Nick Frost – wenn diese beiden Schauspieler zusammen auf der Leinwand erscheinen, dann in Filmen, die schon vor Erscheinen Kultstatus erreichen. Das sympathische Duo, welches schon in Shaun of the Dead und Hot Fuzz die Hauptrollen besetzte, mimt in The World´s End die beiden Freunde Gary King (Pegg) und Andy Knightley (Frost). Ersterer ruft hier die „verlorenen Jungs“ zusammen, 5 Freunde, die gemeinsam vollenden wollen, was ihnen in ihrer Jugend nicht gelungen ist: Die Goldene Meile, 12 Pubs, in jedem 1 Pint, eine Sauftour deluxe bis zum World´s End, dem letzten Pub. Während seine Freunde Oliver, Steven, Peter und vor Allem Andy mittlerweile feste Jobs und Familie haben, scheint Andy „Der King“ in seiner Jugend hängen geblieben. Um Alles in der Welt möchte der zurück nach Newton Haven, Heimat der Goldenen Meile, um dort den besten Abend seines Lebens noch einmal zu wiederholen. Aber irgendetwas ist dieses Mal anders. Die Kneipen sehen größtenteils gleich aus und bis auf wenige erinnert sich niemand der Alteingesessenen an die berühmt berüchtigten verlorenen Jungs. Muss sich Andy eingestehen, dass sich die Zeiten wirklich geändert haben, oder geht hier etwas Anderes vor sich?

Wer die beiden Vorgänger kennt, der weiß, dass es auch hier nicht ganz mit rechten Dingen zugeht. Mehr wird nicht verraten, man darf aber vollkommen spoilerfrei sagen, dass das Trio, bestehend aus Edgar Wright (Regisseur und Autor) und Pegg/Frost (Autoren) zum Finale noch einmal Alles gibt. Und damit ist nicht das Finale des Films gemeint, denn tatsächlich ist der ganze Streifen ein Finale – der Abschluss der Blood and Ice Cream Trilogie (Shaun of the Dead, Hot Fuzz und jetzt The World´s End). Und was für ein Abschluss! Was die Story, die Kreativität und vor Allem den Witz angeht wird hier aus allen Rohren gefeuert. Eine zusätzliche emotionale Komponente gibt dem Film eine unerwartete Tiefe, die dem Stil aber sehr zugute kommt. Den Charakteren wird dabei angenehm viel Raum gelassen um sich zu entfalten und insbesondere die Figur Gary King wird im Laufe des Films mit einer beeindruckenden Tiefe ausgestattet. Neben der Hauptstory bildet sich damit peu a peu ein zweiter Erzählstrang, der zunehmend an Bedeutung gewinnt und mich stellenweise tatsächlich bewegt hat. Schön ist aber auch zu sehen, dass man dem Stil der Trilogie treu geblieben ist und diesen sogar perfektioniert hat. Viele lustige Sequenzen, von denen es hier natürlich wieder haufenweise gibt, finden im Hintergrund oder einfach nebenbei statt. Situationskomik vom Feinsten! Und spätestens, wenn nach einer guten halben Stunde der Twist um die Ecke schießt, kommt auch anständig viel Action ins Spiel, gepaart mit so liebevoll geschriebenen und irrwitzigen Dialogen, dass es eine wahre Freude ist! Oftmals ist die Gagdichte dabei so hoch, dass ich die Befürchtung habe manche tollen Momente einfach verpasst zu haben, weil ich noch mit Lachen beschäftigt war. Blut gibt es natürlich auch wieder…dieses Mal nur etwas anders;)

Willkommen in Newton Haven...Willkommen in Newton Haven, Heimat der Goldenen Meile…

Das es sich um den Abschluss der Trilogie handelt, bedeutet hier übrigens nicht, dass eine zuvor begonnene Story weitergeführt wird. Es handelt sich eher um die Trilogie einer Idee, eines Stils. So haben Shaun of the Dead, Hot Fuzz und The World´s End storytechnisch nichts miteinander gemeinsam und dennoch wird jeder, der die Filme schaut, sofort ihre Zugehörigkeit zueinander erkennen: Die aberwitzigen Storys, der Humor, die gegen den Strich eingebaute Brutalität – und natürlich die beiden Hauptdarsteller! Wem das noch nicht reicht, der wird mit etwas Aufmerksamkeit sehen, dass die Filme sich untereinander zitieren, manche Witze sogar in der gleichen Form in allen 3 Streifen eingebaut sind. Wer also die ersten beiden gesehen hat, der wird sicherlich schon vorzeitig abfeiern, wenn Gary King in The World´s End auf einen hohen Bretterzaun zu rennt, um darüber hinweg zu springen.

Ich möchte mich sogar einmal weit aus dem Fenster lehnen und den Abschluss der Trilogie zu meinem Favoriten erklären. Ich habe hier viel mehr gelacht als bei den Vorgängern, die Actionsequenzen und die Choreographien sind einfach toll anzusehen und die Story hat in meinen Augen auch einfach mehr Drive als die Vorgänger. Sicherlich ist gerade Letzteres Geschmackssache – der Eine steht auf die Zombies aus Teil 1, der Andere auf den Krimi aus Teil 2 und was Teil 3 betrifft…schaut ihn euch einfach bzw. unbedingt an;)

 

Über den Autor

Film- und Seriennerd, Musikliebhaber, Hörspielverrückter, Zocker und ein kleiner Dichter. Als Inhaber von B.M.T.H. möchte ich euch besondere Werke aus diesen Bereichen vorstellen. Außerdem werden hier erstmals meine selbstgeschriebenen Gedichte veröffentlicht. Wenn ihr mehr über mich und das Projekt B.M.T.H. erfahren wollt, dann besucht doch einmal den Bereich "Über mich";)

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