Weed Shop 2 | Cover ©ADhD Studios

Heyho! Heute möchte ich dir, neben diversen Let’s Play-Folgen, welche im Laufe des vormittags online gegangen sind, eine Review zu einem Spiel präsentieren, das aktuell auf meinem Youtube Kanal und hier auf BMTH läuft. Es handelt sich um das Game Weed Shop 2, in dem ich nun schon einige Stunden verbracht habe. In dieser Zeit konnte ich mir ein recht umfassendes Bild zu dem Teil machen, also dachte ich mir: Warum nicht auch einfach mal eine Besprechung dazu raushauen? Gedacht, getan;)

Das von den ADhD Studios entwickelte “WS 2” ist ein Titel, bei dem man sich vor dem Kauf klar sein sollte, was man für sein Geld bekommt. Denn anders, als der Name vielleicht vermuten lässt, ist es weit von einer ernst zu nehmenden Simulation entfernt. Der Anbau, die Pflege und der Verkauf des “Grünzeugs” beschäftigt sich ausschließlich mit den ganz grundlegenden Dingen, die da wären: Samen kaufen, diese in die dafür vorgesehenen Töpfe drücken, regelmäßig gießen (oder sich einem der Hilfsmittel wie etwa Dünger oder Wasserpumpen bedienen), im späteren Verlauf darauf achten, dass man sich keine Milben einfängt (die können extrem anstrengend sein…also immer schön Pestizide draufballern – am besten proforma; das ist auf lange Sicht günstiger) und das Gewächs bzw. das eigentlich wichtige Stöffchen pflücken, sobald es reif ist. Das daraus entstandene Produkt wandert direkt auf das “Weed-Konto”, dessen Kapazität man dann ab einer gewissen Lagermenge vergrößern muss, indem man sich neue Einmachgläser kauft. Abgesehen von diesem Prozess verteilt man lecker Tütchen an die Damen und Herren am nahegelegenen Strand, deren Charaktermodelle allerdings in den ersten Stunden nicht gerade durch Abwechslungsreichtum glänzen: Es gibt max. 10 verschiedene Personen, die am laufenden Band wieder kommen. Das ändert sich zwar mit fortschreitender Popularität des Ladens, welche neben weiteren interessanten Statistiken, wie etwa der verkauften Menge und der Anzahl an bedienten Kunden, im Gewächsraum einsehbar ist, aber vor allem zu Beginn wandern die immergleichen Gestalten durch die Eingangstür, was, gelinde gesagt, ziemlich öde ist. Gleiches gilt für die Grafik, welche äußerst rudimentär gehalten ist. Abwechslung vom irgendwann recht drögen Arbeitsalltag kann man sich am Strand holen, wo die Kundschaft so manch seltsamen Unsinn treibt (bspw. telefonieren, obwohl sie gar kein Handy in der Hand halten oder Gitarre spielen, ohne die Saiten zu berühren…so’n Kram eben). Nach einer Weile bekommt man es auch mit teils recht aggressiv um sich schlagenden Dieben zu tun, die sich rotzfrech in den Laden stehlen, um einen auszunehmen. Nach einer Massage mit dem Baseballschläger oder den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen, wie den Kauf eines Tresors, ziehen sie aber schnell wieder Leine bzw. tauchen gar nicht erst auf. Bevor ich nun zu den positiven Aspekten komme, möchte ich noch erwähnen, dass das Game einem den Fortschritt nicht gerade leicht macht, da man sehr schnell unter Geldmangel leidet, was vor allem an den sehr teuren

Gegenständen liegt, mit denen sich u.a. das Ex- und Interieur des Geschäfts verschönern lassen. Da kostet ein stinknormales Poster schonmal einen 4-stelligen Betrag und man überlegt mehrfach, ob man die Ausgabe wirklich tätigen oder doch lieber ein paar neue Samen für den Anbau kaufen soll. Gleiches gilt im Übrigen für die Angestellten, welche man in den höheren Leveln anheuern kann. Gut, 800 Ocken für einen Türsteher, welcher wohlgemerkt ausschaut, als ob er jeden Moment von alleine aus den Latschen kippt, klingt jetzt erstmal nicht nach allzu viel, wenn jeder Kunde im Schnitt 100 $ bezahlt. Dabei muss man aber bedenken, dass besagter Lulatsch gerade einmal eine (Echt-)Zeitstunde vor dem Laden Stellung bezieht und auch nicht gegen jeden Einbrecher etwas auszurichten vermag (siehe bspw. Folge 14 meines Let’s Plays, in der neben mir vor allem “Crackhead Mack” gewaltig auf die Schnauze bekommt). Was ich damit sagen will: Man muss sich bei dem Spiel in Geduld üben.

Doch trotz alledem macht mir das Game Spaß und mich jetzt knapp 9,5 Stunden gut unterhalten. Ja, es ist stupide in seinen immergleichen Abläufen, ja, die Grafik wirkt wie noch zu Playstation 2 Zeiten und ja, es läuft nur ein einziger, kurzer Reggae-Song im Dauerloop (wobei man den ja auch abstellen und eigene Musik hören kann) –

allerdings sind es, neben der so bekloppten wie coolen Idee, genau jene Aspekte und das komplett unaufgeregte, lockere Dahinzocken, was mir so gefällt.

Es ist wahrscheinlich dieser Adventure Capitalist-Effekt: Man klickt eigentlich ständig nur rum (hier dann allerdings doch mit etwas mehr Interaktion), aber trotzdem macht es Laune…dazu noch ein feiner Beat und Bugs, über die man sich kaputtlachen oder ärgern kann…ich empfehle Ersteres, zumal mir bislang noch kein spielverhinderndes Problem aufgefallen ist. Vielmehr fühlt es sich ein ums andere mal so an, als würde ich einen sehr amüsanten Trashfilm schauen würde.

Man darf eben nicht den Fehler machen, der heutzutage in meinen Augen viel zu oft begangen wird: Ein Spiel zu ernst nehmen. Hey, die Entwickler wollten ein entspanntes Game in dem man Shit verkaufen kann. Und auch, wenn ich auf weitere Updates hoffe (davon erscheinen übrigens fast täglich neue!), die den Fortschritt beschleunigen und neue Charaktermodelle mit sich bringen, haben die ADhD Studios einen (teilweise unfreiwillig) lustigen Titel gebastelt, dessen Kauf ich nicht bereue. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, wartet vielleicht auf einen Deal.

Zusatzinfos | Entwickler: Weed Games | Publisher: ADhD Studios | Veröffentlichung: 31.03.2017 | Neue Folgen meines Let’s Plays gibt es immer dienstags und donnerstags um 18:00 Uhr auf meinem Youtube-Kanal und hier auf BMTH 
Weed Shop 2 (2017)
Prädikat: Grow dat shit!
Gameplay55%
Grafik55%
Steuerung65%
Unterhaltung75%
63%Wertung
Leserwertung: (1 Judge)
98%

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere