Zombiber | CoverWas habe ich gefeiert, als ich im Frühjahr letzten Jahres zum ersten mal von diesem Streifen hörte! Der Titel alleine ist schon so herrlich bekloppt, dass ich mir das Teil alleine deswegen schon anschauen musste. Als ich schließlich noch erfuhr, dass Regisseur Jordan Rubin in seinem Spielfilmdebüt größtenteils auf CGI verzichten möchte, war die Entscheidung gefallen: Sobald der Streifen in den Verkauf kommt schlage ich zu! Vor ein paar Wochen war es dann an der Zeit, die zombifizierten Nager einer ersten Sichtprüfung zu unterziehen. Hier nun das Ergebnis…

Wer befürchtet (oder hofft?!), dass es sich bei Zombiber um Trash handelt, der darf sich hiermit bestätigt fühlen…und auch wieder nicht. Der Film ist nämlich Trash im sehr positiven Sinne. Genreverwandte Streifen “glänzen” ja in der Regel durch den Look eines miesen Homevideos, eine Synchro, für die sich selbst Pornoproduktionen schämen würden, Schauspieler, die besser Pornos drehen sollten und unterirdische Effekte aus der CGI-Massenherstellung. Zombiber ist dagegen zwar keine Hochglanzproduktion, punktet allerdings mit einem ganz eigenen Charme, der beispielsweise Werken aus der Filmschmiede “The Asylum” abgeht. Das fängt bereits bei der Story an, die mit zahlreichen Seitenhieben auf die naturfremde Jugend unserer Zeit gespickt ist. Sechs Instagram verwöhnte Teens fahren zu einem Haus am See. Auf dem Plan stehen Nacktbaden, Sex und Party. Was man eben so tut. Noch in der ersten Nacht werden sie allerdings von gar unfreundlichen Bibern überrascht, die irgendwie nicht ganz normal zu sein scheinen. Und was macht man da? Richtig, erstmal die Türen und Fenster mit Holz-

brettern ver…moment?! Sich mit Holz vor Bibern schützen?! Klingt nach ‘nem schlechten Plan. Und richtig, die jungen Herrschaften haben keinen blassen Schimmer, wie sie ohne Internet und Handyempfang die Lage in den Griff bekommen sollen. Ab sofort machen die Nagetiere Party und der Spaß für den Zuschauer beginnt erst richtig!

Neben diesem gesellschaftskritischen Einschlag sind es aber auch die Effekte, die den Film zu einem gelungenen Genrevertreter machen und das nicht nur obwohl, sondern gerade weil mehrfach ganz offensichtlich zu sehen ist, dass hier lediglich Puppen geworfen, gezogen oder geschüttelt werden. Es ist einfach so wunderbar bescheuert, wenn ein Biber im “Wackelmodus” versucht, sein Opfer zu beißen und gleichzeitig am Brüllen ist! Ohne Scheiß, die Biester hätte ich so ebenfalls vertonen können. Zwar gab es auch ein paar Momente, bei denen ich mir eine bessere Inszenierung gewünscht hätte (beispielsweise wenn eines der Viecher springt und dann erst eine Sekunde in der Luft hängt, bevor es abgeschossen wird), letztlich ist mir das aber lieber, als lieblos zusammengeschustertes CGI. Letzteres kommt zwar ebenfalls ab und an zum Einsatz und obwohl ich mich bei manchen Szenen gefragt habe, warum man jetzt plötzlich auf animierte Kreaturen setzt, hält sich dieser Aspekt in Grenzen.

Zombiber sollte auf jeden Fall mit einem Augenzwinkern verstanden und konsumiert werden, zumal der Streifen sich selbst auch nicht sonderlich ernst nimmt. Hinzu kommt, dass er mit seinem Retrolook den Klassikern der 70er und 80er huldigt. Zwar gibt es auch kleine Abzüge bei den Effekten, insgesamt hat mich das Teil aber sehr gut unterhalten!

 



Zusatzinfos | Freigabe: FSK 16 | Uncut: ja | Spieldauer: 101 Min. | Studio (Verleih): Studiocanal | BR/DVD VÖ: 04.06.2015
Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=tZO7EeCh4q8
Zombiber (2014)
Prädikat: Herrlich bekloppt - bitte mehr davon!
Story80%
Schauspieler83%
Effekte90%
84%Wertung
Leserwertung: (0 Votes)
0%

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere